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Paketkönig*innen am Rande der Republik

Paketzustellung auf dem Land

Es ist eine interessante Frage: In welchem der 401 Landkreise bzw. kreisfreien Städte gab es 2019 die meisten Paketbestellungen je Einwohner? Spontan würde man an Metropolen wie Berlin, Hamburg oder München denken, vielleicht auch ein Landkreis mit dynamischer Bevölkerungsentwicklung in einem Speckgürtel drumherum.

Doch weit gefehlt, der Top-Landkreis liegt am Rand der Republik. Überhaupt liegen 6 der Top 10-Kreise in einem eher ländlich geprägten Bundesland.

Viele Pakete in Rheinland-Pfalz

Tastsächlich gibt es nirgendwo so viele Online-Shopper wie im Landkreis Südwestpfalz. Gemeint ist die Anzahl Pakete je Einwohner im Jahr 2019. Erstaunliche 32 Pakete hat in dieser Region jeder Bewohner im Durchschnitt erhalten.

Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage des bevh (Bundesverband E-Commerce und Versandhandel), die durch die Beratungsgesellschaft MRU analysiert wurde. Die Wirtschaftswoche berichtete darüber in ihrem Artikel „Die Grundversorger“ (Ausgabe vom 24.07.2020). Und die Artikelüberschrift trifft es ziemlich gut: Die Menschen dort sind schlichtweg auf den Onlinehandel angewiesen, da die Nahversorgung zunehmend ausgedünnt wird und die lokalen Einkaufsmöglichkeiten dadurch beschränkt werden.

Es ist klar, dass dort nicht unbedingt die Heimat der digitalen Nomaden ist, die morgens mit einem hippen Latte-Kaffee auf dem Weg ins coole Coworking-Loft in einer ehemaligen Schuhfabrik sind. Ganz im Gegenteil: Der Landkreis Südwestpfalz hat nur etwa 95.000 Einwohner (Stand 31.12.19) und war in den letzten zwanzig Jahren von einem deutlichen Bevölkerungsrückgang geprägt. Die größte Stadt im Kreis ist Rodalben mit nicht einmal 7.000 Einwohnern. Mit 15.349 Euro hatte der Landkreis laut Wikipedia zudem das niedrigste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf unter allen Städten und Kreisen in Deutschland (2018). Es ist eine schrumpfende Region mit sicherlich netten, angenehmen Menschen, die sich gut kennen und zusammenhalten.

Karte zu Pakete je EinwohnerWie der Artikel beschreibt, gibt es dort keine Packstationen, keine Lieferungen am Abend oder in bestimmten Zeitfenstern. Falls mal jemand nicht zu Hause anzutreffen ist, kann man die Pakete beim Nachbarn oder in einem der verbliebenen Geschäfte problemlos abgeben.

Auch in den umliegenden Kreise sind die Paketlieferungen rekordverdächtig: Cochem-Zell, Kusel oder Vulkaneifel. Unter den Top10-Kreisen liegen allein 6 Kreise in Rheinland-Pfalz, wie unsere Karte (PDF) zeigt.

Zusätzlich sind in der Karte die Kreise nach dem Anteil der Festnetznutzer dargestellt, wenn man diesen als Indiz einer eher konservativen Bevölkerung interpretieren möchte. Bis auf den Westerwaldkreis, Platz 7 im Ranking, ist der Typ „klassischer Festnetznutzer“ relativ hoch vertreten.

Die erste Großstadt im Ranking der Online-Shopper ist übrigens Duisburg auf Platz 9, gefolgt von Bonn, ohne dass einem dafür spontan eine plausible Erklärung einfallen würde.

Planung mit hausgenauen Daten

Für das Onlineshopping sind hohe Bandbreiten bei der Internetversorgung nicht unbedingt erforderlich. Dabei sieht es im Landkreis Südwestpfalz mit der Breitbandverfügbarkeit sogar ganz gut aus, wie der Breitbandatlas des BVMI zeigt. In anderen Kreisen wie Kusel oder Vulkaneifel gibt es dagegen noch mehr weiße Flecken. Für die Zukunftsfähigkeit von Regionen ist eine schnelle Internetanbindung allerdings unabdingbar. Trends wie rückläufige Bevölkerungsentwicklungen können damit gestoppt werden, neue moderne Arbeitsplätze können entstehen.

Für die Planung des Breitbandausbaus liefert Nexiga u.a. Hauskoordinaten, welche die Lage von rund 22 Millionen Gebäude in ganz Deutschland anhand ihrer Geokoordinate sowie der postalisch korrekten Adresse beschreiben. Zusätzlich können diese Hausdaten mit Merkmalen wie Anzahl Einwohner, Haushalte oder Firmen angereichert werden. Neben Telekommunikationsanbietern und -dienstleistern kann diese Datenbasis auch als Grundlage für die Netzplanung von Logistik- oder Energieunternehmen eingesetzt werden.

Mehr zu unseren Haus-Daten finden Sie in unserem Downloadcenter (Datenkatalog Märkte und Zielgruppen – ab Seite 12).

Planung von hausgenauen Zustellungen

Für die Planung von Liefergebieten für Logistikunternehmen oder Paketzusteller werden als Basis-Bausteine meist feinräumige geografische Einheiten herangezogen. Für regionale Betrachtungen reichen oft PLZ, manchmal sogar komplette Gemeinden oder Kreise, die zu flächenhaften Gebieten zusammengefasst werden. Insbesondere für logistische Anforderungen mit Optimierung der hausgenauen Zustellung benötigt man aber oft spezielle feinräumige Bausteine.

Für einen großen Paketzusteller hat Nexiga für verschiedene europäische Länder eine spezielle geografische Steuerungseinheit unterhalb der Postleitzahlen aufgebaut. Dies umfasst die Berechnung von kleinsten Gebietseinheiten (Geodaten), den sogenannten Bricks, die anhand von Straßensegmenten mit definierten Hausnummernbereichen abgeleitet wurden.

Dieser kundenspezifische Ansatz lässt sich auf beliebige andere Anwendungsfälle übertragen. So könnte ein Brick auch eine bestimmte Anzahl von Gebäuden oder auch mehrere Straßenzüge umfassen, je nach Anforderung. Mehr Informationen hierzu finden Sie in einem weiteren Blog zum Thema Gebietsplanung.

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