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Konsolidierung im stationären Buchhandel

Thalia und Mayersche Buchhandlung

Marktführer Thalia will das vor allem in Nordrhein-Westfalen vertretene Traditionsunternehmen Mayersche Buchhandlung übernehmen. Das Kundenerlebnis vor Ort soll mit neuen Konzepten ausgebaut werden, trotz bestenfalls stagnierenden oder leicht rückläufigen Umsätzen. Interessant: In einer deutschen Millionenstadt ist Thalia bisher noch nicht vertreten.

Fortführung der Tradition

Nun also die Konsolidierung im deutschen Buchhandel. Die Mayersche Buchhandlung wurde vor über 200 Jahren, im Jahr 1817, in Aachen gegründet. Nach eigenen Angaben ist man heute mit „mehr als 50 Buchhandlungen im Westen Deutschlands“ vertreten, man könnte auch sagen, vor allem im dicht besiedelten Nordrhein-Westfalen. Der Standort in Trier fällt zumindest geografisch fast schon aus der Reihe.

Thalia ist dagegen deutlich jünger, aber nicht jung. Gegründet 1919 in Hamburg, kann man dieses Jahr immerhin den 100. Geburtstag feiern. Gehörte man bis 2012 mehrheitlich noch der Douglas Holding an, der Unternehmenssitz ist daher in Hagen, hat heute der Freiburger Herder Verlag das Sagen.

Beide Ketten expandierten in den letzten Jahren auch durch Übernahmen von kleineren, meist inhabergeführten Buchhandlungen, teils in ländlichen Regionen, nun erfolgt das Zusammengehen. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit kann man mit dem E-Reader tolino bereits vorweisen. Thalia gründete unter anderem mit der Deutschen Telekom die sogenannte Tolino-Allianz, später kam die Mayersche ebenfalls hinzu. Mit dem Produkt gelang mehr als nur ein Achtungserfolg: In den Jahren 2013 bis 2015 wurde der tolino zum wiederholten Mal zum Anbieter des Jahres gewählt, wie auf Wikipedia nachzulesen ist. Dabei wurde Amazon mit seinen Kindle-Readern auf die Plätze verwiesen.

Uns als Geomarketing-Spezialist interessiert vor allem, wie sich die Standorte der beiden Ketten geografisch ergänzen, vor allem aber im Hinblick auf den bedeutenden Wettbewerber Hugendubel, der sich selbst Deutschlands größter inhabergeführter Buchhändler nennt. Thalia war auch bisher bereits gut in Nordrhein-Westfalen vertreten, durch die Übernahme der Mayerschen intensiviert man das dortige Marktgebiet. Die Kundschaft der Mayerschen dürfte vorerst nichts davon merken, da Marke und Standorte erhalten bleiben sollen.

Klicken Sie hier zum Öffnen der Karte (PDF)

Unsere Karte zeigt, in welchen Kreisen bzw. kreisfreien Städten welche Kette vorherrscht. Hugendubel aus München ist nicht nur in Bayern stark, sondern auch im Rhein-Main-Gebiet, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Im Ruhrgebiet hat man sich zumindest nach Bochum vorgewagt. Hamburg bleibt Thalia-Gebiet, doch kurioserweise findet man Thalia bisher in der drittgrößten Metropole München bisher noch nicht. Nada, niente!

Abholboxen und Lastenfahrräder

Neue Ladenkonzepte sollen den stationären Buchhandel fit für die Zukunft machen. Und eben die großen Player Hugendubel und Thalia  eröffneten bereits Pilotfilialen und machen sich Gedanken zu neuen Services rund um das Buch. So testet Thalia das Konzept der Abholbox, ähnlich dem Konzept der Amazon Locker-Stationen in manchen deutschen Städten. Der Zwischenbuchhändler Libri testet die Zustellung von Büchern auf der berühmten letzten Meile per Lastenfahrrad, um den Lieferverkehr in den Innenstädten zu reduzieren. Diese Option wird auch von Paketdienstleistern getestet.

All diese Aspekte passen perfekt in die vielfältige Welt des Geomarketings. In diesem Sinne wünschen wir an dieser Stelle noch allen Kunden, Interessenten, Geschäfts- und Kooperationspartnern sowie unseren Wettbewerben ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2019!

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