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In Sachen Geo & Marketing

4. Oktober 2018

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One Reality – Onlinehandel und Stationärer Handel lernen voneinander

Vergangenen Donnerstag fand der 8. Innovationstag von Nexiga erstmalig in Köln statt. Thema diesmal: „LOCAL Intelligence im eCommerce“ und wie man die Unmengen an Daten analysieren, visualisieren und zu welchem Zweck nutzen kann.

Den Anfang machte Prof. Vieregge (Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards) mit seinem Vortrag zum Thema “Digitale Geschäftsmodelle und Neukundengewinnung im Mittelstand”. Unterhaltsam erzählte er anhand von Suchbeispielen im Web, wie man intelligente Daten-Roboter für die Bereiche Vertrieb, Marketing oder Produktentwicklung nutzen kann – oder eben auch nicht! Dass Wein dabei durchaus auch in Verbindung mit Schokolade und Diät  stehen kann, ist – laut World Wide Web – dabei nicht ungewöhnlich.

Abb.: Auszug aus der Präsentation von Professor Peter Vieregge, Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards

Die Großen wachsen, die Kleinen bleiben auf der Strecke

Lars Hofacker vom EHI gab zur Entwicklung im eCommerce anschließend ein paar Zahlen bekannt. Das Forschungs- und Bildungsinstitut für den Handel untersucht und analysiert Jahr für Jahr den deutschen Markt und die Top 1.000 Onlineshops nach Wachstum, Umsatz und anderen KPIs.

In den letzten 12 Jahren hat sich der Gesamtumsatz der Top 1.000 Onlineshops etwas mehr als verdoppelt, der Anteil der Top 10 Onlineshops im gleichen Zeitraum allerdings verdreifacht. Unangefochten auf Platz 1 bleibt nach wie vor Onlineriese Amazon, der den größten Anteil erneut für sich verbuchen kann.

Was aber bei allen Onlinehändlern konzeptionell weit oben auf der Agenda steht ist eine zukunftsorienterte Omnichannel-Strategie.

Abb.: Auszüge aus der Präsentation von Lars Hofacker, Leiter Forschungsbereich E-Commerce, EHI-Research

Denn die Übergänge von Offline- und Onlinewelt müssen fließend sein und die Bedürfnisbefriedigung des Kunden im Mittelpunkt stehen. Immerhin verfolgt ein Viertel der Top 1.000 Onlinehändler mittlerweile diese Strategie, wobei Hofacker auch feststellte: Das Potenzial von Omnichannel sei bei weitem noch nicht ausgeschöpft und es bestehe noch viel Luft nach oben.

Die Mittagspause bot anschließend ausreichend Zeit über die Themen und Zahlen zu diskutieren.

Mit dem Stichwort zur „letzten Meile“ begab sich Christopher Schumacher von der DPD im Rahmen eines Best Practice Vortrages auf den Weg in den Nachmittag. Denn die Logistik im eCommerce gestaltet sich immer komplexer und erfordert  vor allem auch infrastrukturelle Optimierungsmaßnahmen.

Abb.: Auszüge aus der Präsentation von Christopher Schumacher, Business Analyst, DPD Deutschland GmbH

Mit einem Volumen von über 375 Mio. Paketen, die DPD in Deutschland jährlich abwickelt, gab Schumacher den Teilnehmern anhand des von Nexiga entwickelten TourEditors einen näheren Einblick.

Wie man also von der bisherigen postleitzahlenbasierten Aufteilung zu einer (geo-)graphischen Gebietsplanung gelangt ist, um eine optimale und genauere Tourenplanung für Fahrer und Empfänger zu ermöglichen, sollte kein Geheimnis mehr bleiben.

Vorteile der dezentral genutzten Software wären vor allem die täglich neu kalkulierten und veränderbaren Gebiete, die die Flexibilität bei der Zustellung und weitere Analyse- und Optimierungsmöglichkeiten bieten, erörterte Schumacher. Letzteres sei auch die Grundlage für zusätzliche Projekte in Deutschland und Europa.

Multichannel oder Omnichannel? …One Reality!

Unter dem Dach der neuen ROQQIO Commerce Solutions GmbH vereinen die futura RetailSolutions, höltl Retail Solutions und die eFulfilment Transaction Services GmbH eine vollintegrierte Omnichannel-Lösung für Handelsunternehmen, die online wie offline alle Verkaufskanäle grenzenlos vernetzt.

Abb.: Auszug aus der Präsentation von Vanjo Wandscher, CEO, ROQQIO Commerce Solutions GmbH

Vanjo Wandscher, CEO der ROQQIO, gab einen kurzen Einblick in die Zahlen der Middleware, die jährlich ein prozessiertes Handelsvolumen von unglaublichen 1,6 Mrd. € abwickelt und mehr als 250.000 Abfragen pro Sekunde bewältigen kann.

Zu einer seiner zentralen Aussage gehörte, dass online und offline immer mehr verschmelze und dadurch sowohl für den Einzelhändler als auch für den Pure Player im eCommerce komplett neue Möglichkeiten entstehen. Der Schlüssel zur Vision einer grenzenlosen Customer Journey für beide Seiten ist eine integrierte Omnichannel-Lösung, die vom Order Management über die Logistik bis hin zum Versand alle Prozesse der Handelskette abdeckt.

Mit dem originellen Titel der „One Reality“ bezeichnete er diese Verschmelzung aller Kanäle.

Einen neuen kreativen Ansatz in der Analytik stellte Patrick Mast von der Ubilabs GmbH, den Spezialisten für interaktive Kartenanwendungen, aus Hamburg vor.

Abb.: Heatmap von Patrick Mast, Ubilabs GmbH

Vom Store Locator bis hin zur Visualisierung von Geschäftsdaten präsentierte er am Beispiel eines fiktiven Food-Lieferanten in Köln namens „Mahlzeit“, wie nicht nur die Anzahl der Bestellungen in einem bestimmten Zeitraum dargestellt werden können, sondern auch was tatsächlich bestellt wurde (z.B. Burger, Pasta oder Pizza).

Durch die Verschneidung mit anderen Kennzahlen könne man so neue Einsichten gewinnen – von der Identifizierung weißer Flecken bis hin zu einer umfassenden Wettbewerber-Analyse!

Zum Abschluss lud Nexiga zum gemütlichen Get Together auf die Sonnenterrasse ein und servierte die wohl klassischste aller Kölner Mahlzeiten: „Kölsch & Halver Hahn“ (womit – für alle Nichtkölner erwähnt – nicht ein halbes Hähnchen gemeint ist).

Bedanken möchten wir uns bei allen Teilnehmern und den Speakern für Ihre interessanten Vorträge und freuen uns auf den nächsten Innovationstag in 2019! Thema, Ort und Datum werden wir wieder rechtzeitig bekannt geben.

„Bes zom nächste Mol!“

Kategorie: Allgemein, Analytics, Markt & Trends, Standortplanung

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