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Vorerst kein Funkloch in Megesheim

Telekommunikation Netzabdeckung

Pünktlich zur Hauptversammlung der Deutschen Telekom wurde ein weiteres Funkloch in Deutschland geschlossen. Im kleinen Ort Megesheim ging ein Funkmast in Betrieb, freilich noch auf Basis der aktuellen 4G-Mobilfunktechnik. Dennoch wurde bereits ein Blick in die nicht so ferne Zukunft geworfen: Wie würde der erforderliche Ausbau vor Ort für das 5G-Netz aussehen, dessen Frequenzen aktuell noch versteigert werden?

Funkloch adieu

Deutsche Telekom-Chef Timotheus Höttges war sichtbar erfreut, als er auf der Hauptversammlung Ende März in Bonn quasi symbolisch das Funkloch in Megesheim schließen konnte – einem Örtchen mit nur 800 Einwohnern am Rand des Nördlinger Ries im schwäbischen Teil von Bayern, etwa 80 Kilometer nördlich von Augsburg. Nicht weit entfernt ist das Städtchen Oettingen, bekannt durch ein gleichnamiges Bier. Per Liveschaltung erklärte eine Kollegin vor Ort, wie schwer es im Rahmen der Planung gewesen sei, innerhalb des Ortes den Funkmast zu errichten. Letztendlich war man bei einem Landwirt am Ortsrand gelandet, auf dessen Grundstück man diesen aufbauen konnte. Immerhin, der ganze Ort kann nun problemlos abgedeckt werden.

Für den Einsatz der 5G-Technik gilt dies allerdings nicht mehr. Die Telekom-Aktionäre sahen auf den Bildschirmen ein virtuelles Firmengelände in Megesheim. Allein um diese kleine Fläche mit 5G zu versorgen, benötige man 3 Funkmasten. Überhaupt müssten in Deutschland zur flächendeckenden Versorgung etwa alle 500 Meter entsprechende Antennen aufgebaut werden, das wären über 100.000 Masten.

Wie der Telekom-Chef weiter ausführte, ist die 5G-Kapazität etwa 100 Mal höher, mit deutlich kürzerer Latenzzeit (Reaktionsgeschwindigkeit). Vor allem Industrieanlagen müssten flächendeckend versorgt werden. Der gezielte Ausbau soll zunächst dort erfolgen, wo er benötigt wird. Mobilfunk sei immer ein „geteiltes Medium“ in einer Funkzelle. Durch Netzwork Slicing könne ein Teil des Spektrums für das öffentliche Netz, die andere Hälfte für industrielle Anwendungen zur Verfügung stehen (Campus-Netze mit garantierter Bandbreite).

Aktuell läuft noch die Frequenzauktion unter den Unternehmen Drillisch Netz AG, Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, Telekom Deutschland GmbH und die Vodafone GmbH, die Schwelle von 5 Milliarden Euro wurde kürzlich überschritten.

5G-Expertenteam bei Nexiga

Bei Nexiga beschäftigt sich aktuell ein vierköpfiges Expertenteam mit dem Thema 5G. Die leistungsfähige Technologie, die in Deutschland auf Basis des 4G-Netzes aufbaut, wird autonomes Fahren sowie das Internet der Dinge (IoT) – also die Vernetzung einer Vielzahl von Geräten und deren Kommunikation untereinander – erst ermöglichen. Ob dies der intelligente Kühlschrank sein wird, bleibt abzuwarten. Nicht zuletzt sind viele 5G-Anwendungen auch auf hochpräzise Geodaten angewiesen.

Für die Funknetzplanung werden detaillierte Digitale Geländemodelle benötigt. Schließlich arbeitet die 5G-Technik mit sehr hohen Frequenzen, die sich quasi wie Licht verhalten. Unsere Recherchen bieten hierzu einen Überblick über Datenquellen, Verfügbarkeiten und Preise. Ergänzt werden die gewaltigen Datenmengen durch Digitale Oberflächenmodelle (DOM) und Digitale Landschaftsmodelle, die auf LIDAR-Daten (Radar-ähnliche optische Messungen) beruhen können.

Mehr zum Thema 5G und Glasfaser finden Sie auch im letzten Blog zu unserem erfolgreichen Kompetenztalk von letzter Woche oder kontaktieren Sie direkt unseren Director Telecommunication Dirk Lohoff.

5G mag noch Zukunft sein, doch wir bieten auch viele Marktdaten zum Status Quo der aktuellen Festnetz- und Mobilfunk-Technologien (Verfügbarkeiten von VDSL/Kabel, LTE sowie Telekommunikationstypen). Zudem können mit Hilfe von bestmöglichen Gebäudekoordinaten, angereichert mit der Anzahl Haushalte und Firmen, Ausbaugebiete erschlossen werden. Mehr Information zu den Marktdaten finden Sie hier.

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