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Zielgruppe Skifahrer – alt und kinderlos?

Ski Bergwelt

Der typische Skifahrer ist kinderlos. Und er ist auch nicht mehr der Jüngste, immerhin ein Drittel ist schon älter als 60 Jahre. Das zeigt eine aktuelle Studie der Deutschen Sporthochschule in Köln. Der Sport ist wieder exklusiver geworden, nur relativ wenige Top-Skiregionen können sich durch massive Investitionen profilieren. Schnee wird man schon irgendwie auf die Piste bringen. Es ist zweifellos eine spannende Frage, wie sich die Zielgruppe der Skifahrer in den letzten Jahrzehnten verändert hat.

Zielgruppe im Wandel

Wie die Studie zeigt, ist der typische Skifahrer kinderlos, wie auch die Main Post berichtete. Das Handelsblatt schrieb zudem in seiner Printausgabe vom 23.12.2015, dass gemäß dieser Studie 70% aus kinderlosen Haushalten kommen. Dies hört sich signifikant an, nach unseren Daten sind aber ca. 71% der Haushalte ohnehin kinderlos (bzw. sind die Kinder eben schon aus dem Haus).
Und ein Drittel der Skifahrer ist älter als 60 Jahre. Das Handelsblatt kommt in einem aktuellen Beitrag zum Ergebnis: „Das ältere Klientel rückt in den Fokus von Skischulen, Skigebieten und Skiherstellern“.  Das dürfte durch die demographische Entwicklung auch kaum überraschen. Immerhin sind auch schon 27% der Bevölkerung 60 Jahre und älter. Also verändert sich die Zielgruppe der Skifahrer einfach parallel zur demographischen Entwicklung.
Interessant aus Sicht des Zielgruppenmarketings: Seit dem Jahr 2011 verbindet Werder Bremen und das Zillertal eine starke Partnerschaft, so steht es auf der Website der österreichischen Region. Das ist für mich etwa so, wie wenn die Kieler Woche (Segelregatta) eine Marketing-Kooperation mit den Stadtwerken Rosenheim eingehen würde. Aber natürlich ist somit das Zillertal über die Fußball-Bundesliga bundesweit präsent.

Skihersteller unter Druck

Die klassischen Hersteller von Skiausrüstung spüren den Wandel, sie treffen auf immer kleinere Zielgruppen. In Deutschland kaum bekannt ist der finnische Sporthersteller Amer Sports. Seine Ski-Marken kennt man dagegen schon: Atomic und  Salomon (2005 von adidas übernommen). Hierzulande fast gänzlich unbekannt ist die US-amerikanische Jarden Corporation, die unter anderem die Skisport-Marken K2, Völkl und Marker im Portfolio hat. Der französische Hersteller Rossignol wurde 2005 von der mittlerweile insolventen Quicksilver Inc übernommen und später wieder verkauft. Solche Marken kennen wir noch gut aus unseren früheren Skitagen.
Doch für eine kleine Zielgruppe geht der Trend weg von der Massenware. Das Unternehmen Build2Ride aus Garmisch-Partenkirchen bietet Workshops und Seminare an, um die Skier selber zu bauen.

Lokalisierung der Zielgruppe?

Wo ist die Zielgruppe der Skifahrer überdurchschnittlich zu finden? Eine einfache Antwort hierzu gibt es sicherlich nicht, es sei denn man wertet einfach konsequent die Tourismus-Daten aus, schließlich reist ja keiner anonym durch die Gegend. Oder kartiert die Kfz-Kennzeichen auf den Parkplätzen. Dann spart man sich eine teure Marktforschung.
Aber natürlich hängt die Affinität für das Skifahren auch von der räumlichen Nähe zu den Skigebieten ab (für unsere lieben Nachbarn aus den Niederlanden gilt dieser Zusammenhang aber offenbar nicht). Machen wir daher ein kleine Analyse: Zunächst bewerten wir alle PLZ-Gebiete in Deutschland mit ihrer Erreichbarkeit durch die Skigebiete. Große Skigebiete in den Alpen werden höher gewichtet als kleinere in den Mittelgebirgen, schließlich haben diese eine höhere Anziehungskraft. Das Ergebnis ist einleuchtend.
Klicken Sie hier zum Öffnen der Karte mit der Erreichbarkeit (PDF)
Kombiniert man in einem weiteren Schritt diese Erreichbarkeit mit den (gewichteten) Faktoren Kaufkraft, Haushalte ohne Kinder sowie dem Anteil Einwohner in der Altersgruppe 50 bis 64 Jahren, so erhält man eine Bewertung (Scorewert) aller PLZ-Gebiete mit dieser Kombination.
Klicken Sie hier zum Öffnen der Karte mit dem Zielgruppenpotenzial (PDF)
Nördlich des Voralpenraums dürfte die Zielgruppe also vorwiegend in westdeutschen Ballungsgebieten zu finden sein. Das klingt plausibel.
Anhand der präzisen Lokalisierung, Einteilung sowie Abbildung von Märkten und Lebensräumen helfen wir Ihnen bei der optimalen Ausrichtung von Produkten, Werbung, Preisen und Vertrieb. Mehr Informationen zu unseren Zielgruppenanalysen finden Sie auf unserer Website.

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2018-10-23T12:04:45+02:0015/03/2016|Markt & Trends, Marktdaten, Zielgruppen|