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Ein zentraler Markt für Buxtehude

Kaufhaus Zentraler Markt

In ganz Deutschland scheint die erfolgreiche Zeit der Kaufhäuser schon lange zu Ende zu sein, die Amazonisierung des Handels schreitet voran. In ganz Deutschland? Nein, in Buxtehude stemmt sich ein alteingesessenes Kaufhaus gegen den Trend: mit innovativen Ideen, Fokussierung auf das Wesentliche und Begeisterung für die Kunden. Das Einzugsgebiet geht weit über Buxtehude hinaus, denn die Stadt ist ein zentraler Ort in einem zentralen Markt. Wir erklären das Konzept.

Kleine Stadt – erfolgreiches Kaufhaus

Insbesondere in Süddeutschland gilt Buxtehude manchmal als Inbegriff für ein kleines, unbedeutendes Provinzstädtchen nahe einem Deich. Wie umgekehrt vielleicht Oberammergau, doch weit gefehlt: Wer morgens in Buxtehude am Bahnhof steht, um nach Hamburg zu pendeln, wird merken, dass er nicht allein ist. Das niedersächsische Städtchen im Landkreis Stade mit immerhin fast 40.000 Einwohnern gesellt sich zu anderen Städten im Hamburger Umland wie Pinneberg, Norderstedt oder Ahrensburg. Gemeinsam bilden sie die Metropolregion Hamburg mit mehr als 5 Millionen Einwohnern. Die Kaufkraft ist auch im Speckgürtel überdurchschnittlich, für die Gemeinde Buxtehude liegt diese fast neun Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Und das Mode- und Warenhaus Stackmann in Buxtehude feiert Ende Juni seinen 100. Geburtstag! In einem Premium-Artikel des Manager Magazins (Print-Ausgabe 05/2019) steht anerkennend: „Der Unternehmer [Dieter Stackmann] führt ein erfolgreiches Kaufhaus in einer kleinen Stadt.“ Und weiter wird zitiert: „Alle vier bis fünf Jahre stellen wir uns komplett neu auf“. Das funktioniert auch am Rand einer großen Metropole, nahegelegene Frequenzbinger – auch aus der schnelllebigen Modebranche – wirken eher positiv. Ohne zu viel verraten zu wollen, erfährt man im Artikel, dass das Durchschnittsalter der Kunden älter als 50 ist, aber nur ca. 20% der Kunden auch aus Buxtehude kommen, von der Stadt allein könne man also nicht leben.

Für das Einzugsgebiet dieses Kaufhauses sowie für Buxtehude insgesamt dürfte daher der lokale zentrale Markt maßgeblich sein.

Zentrale Märkte als Raumstruktur

Je nach Größe des Angebotes an Einzelhandel, Arbeitsplätzen und Infrastruktur kommt vielen Städten eine mehr oder minder zentrale Funktion zur Versorgung ihres Umlandes zu.

Ein für den Handel sinnvolles Planungsraster sind die zentralen Märkte, die Nexiga für das Bundesgebiet erstellt. Die Abgrenzung der etwa 830 Gebiete erfolgt flächendeckend und überschneidungsfrei. Sie bilden einerseits die räumliche Beziehungen von Zentren und ihrem Umland ab, andererseits sind diese eindeutig allen Gemeinden und/oder Postleitzahlgebiete zugeordnet. Jeder zentrale Markt verfügt über einen zentralen Ort (der als Ober- oder Mittelzentrum fungiert) als namensgebendes Zentrum, wie in unserem Fall Buxtehude. Im Zentrum konzentrieren sich Einzelhandel, Verwaltung und natürlich auch viele Arbeitsplätze. Die Nachbargemeinden bilden meist das (Kern-) Einzugsgebiet.

Klicken Sie hier zum Öffnen der Karte (PDF)

Wie unsere Karte zeigt, erstreckt sich der zentrale Markt für Buxtehude nach Westen, er umfasst immerhin 85 Gemeinden mit insgesamt mehr als 95.000 Einwohnern bzw. 45.000 Haushalten. Das direkt östlich angrenzende Gebiet gehört bereits zum zentralen Markt Hamburg, allein der Bezirk Harburg im Südwesten der Hansestadt hat viermal so viele Einwohner wie Buxtehude. Dennoch zeigt das Kaufhaus Stackmann, wie man der Sogwirkung benachbarter Zentren erfolgreich entgegenwirken kann.

Mehr zum Thema Zentrale Märkte finden Sie auch in einem anderen Blogbeitrag – oder Sie kontaktieren direkt unseren Experten Ludger Hertig zu diesem oder ähnlichen Themen für den Handel.

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