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Marktdaten Finanzen und Versicherungen
Sorgen um die Vorsorge

Die Nullzinspolitik der letzten Jahre hat die Finanz- und Versicherungsbranche nun hinter sich gelassen. Die Zinsen steigen in ungewöhnlich schnellem Tempo, um möglichst bald wieder Preisstabilität zu erreichen. Das Hauptproblem ist derzeit vor allem die hohe Inflation, die an den Anfang der 1970er Jahre erinnert.

Vor diesem Hintergrund sind viele Zinspapiere real betrachtet ein Negativgeschäft. Das betrifft vor allem auch Versicherungsprodukte zur Vorsorge. Doch wo leben Menschen, die als „Vielversicherte“ gelten, also viele Policen haben?

Sorgen um die Vorsorge

Neuer Rekordwert bei der Versicherungsdichte

Eine aktuelle Statistik lässt aufhören: So wurde im Jahr 2021 in Deutschland so viel Geld für Versicherungen ausgegeben, wie nie zuvor. Wie das Portal Versicherungsbote meldete, stieg die Versicherungsdichte auf mehr als 2.700 €, wie der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) ermittelte. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Zuwachs von etwa 2 Prozent. Die Kennziffer „Versicherungsdichte“ setzt die eingesammelten Bruttobeiträge der Erstversicherer in Relation zur Einwohnerzahl. Dabei hat das Produkt Lebensversicherung weiterhin den größten Anteil, gefolgt vom Schaden- und Unfallprodukten. Eine deutliche Steigerung war vor allem bei der privaten Krankenversicherung zu beobachten.

Die häufigsten Versicherungen sind dabei oft gar nicht so teuer: Die Top 3 bilden die Private Haftpflicht, Kfz-Versicherung und Hausratversicherung, wie Capital.de auflistet. Doch im Vergleich sind die Deutschen gar nicht Europameister in Sachen Versicherungen, wie oft vermutet wird. So weist auch der GDV darauf hin, dass die Durchdringung (gemeint sind Ausgaben für Versicherungen in Bezug auf das Bruttosozialprodukt eines Landes) unter dem Schnitt der G7-Staaten liegt und daher die Potentiale der Branche nicht voll ausgeschöpft werden.

Marktdaten Finanzen und Versicherungen

Werfen wir einen Blick in unser Marktdatenpaket Finanzen und Versicherungen. So unterscheiden wir unter anderem den vorsorgeorientierten Finanzkunden. Diese Zielgruppe ist für die Versicherungsbranche daher sehr interessant. Sie verfügt über ein mittleres bis umfangreich ausgestattetes Konto, vor allem mit Festgeld und Sparbuch. Es besteht Interesse an Direktbanking und man besitzt tendenziell zwei Anlageformen mit hoher Immobilienaffinität. Es werden meist zwei oder mehr Bausparverträge abgeschlossen bzw. generell festverzinsliche Sparformen bevorzugt. Der Besitz von Aktien ist unterrepräsentiert, das Interesse am Aktienerwerb jedoch durchaus geplant.

Insgesamt unterscheiden wir sechs verschiedene Finanztypen sowie Affinität für Versicherungen und privater sowie freiwillig gesetzlicher Krankenversicherung. Passende und ausschließlich vertrauenswürdige Marktdaten und Geodaten liefern Finanzdienstleistern wertvolle Informationen über die Wünsche und Beweggründe ihrer Zielgruppe. Wo wohnen die Menschen mit der höchsten Affinität zu Vorsorgeprodukten?

Weitere Lösungen zur Finanz- und Versicherungsbranche

Affinität für Versicherungsprodukte

Im Durchschnitt besitzt jeder Haushalt laut GDV etwa sechs Versicherungspolicen. Das ist eine ganze Menge. In unserem Datenpaket „Banken und Versicherungen“ charakterisieren wir unter anderen den Haushaltstyp „Der Vielversicherte“ mit fünf und mehr Verträgen, entsprechend Haushalte mit einer hohen bis sehr hohen Affinität für Versicherungsprodukte.

Wo findet man diesen Haushaltstyp geografisch betrachtet? Unsere Karte (PDF) zeigt die bundesweite Verteilung auf Ebene der 5-stelligen Postleitzahlgebiete. Die Affinität für viele Versicherungsverträge wird für Haushalte in 9 Klassen ausgewiesen, wobei der Wert 1 eine sehr geringe Affinität und 9 eine sehr hohe Affinität darstellt. Die Haushalte der Klassen 7 (hoch) bis 9 (sehr hoch) wurden zusammengefasst und in Bezug zur Anzahl Haushalte gesamt gesetzt. Dargestellt wird also der Anteil der Vielversicherten-Haushalte.

Wie die Karte zeigt, findet man vorsorgeorientiere Menschen – vereinfacht gesagt – vor allem in Regionen außerhalb der Metropolen und Ballungsräumen, eher in ländlich geprägten Gebieten wie zum Beispiel in Eifel und Hunsrück, Niederbayern, Thüringer Wald und Erzgebirge oder auch im Emsland.

Zusätzlich dargestellt sind Postleitzahlen mit einem überdurchschnittlich hohen Affinität für Investmentzertifikate (Indexwerte über 115, entsprechend mehr als 15% über dem Bundesdurchschnitt). Darunter gehören u.a. Anteile an Investmentfonds sowie Fondszertifkate, also spekulative Investments. Haushalte dieses Finanztyps sind vor allem im Umfeld von kaufkraftstarken Städten in den westlichen Bundesländern zu finden.

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