Nexiga Blog

Mein Wohnquartier, meine Nachbarschaft

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In Düsseldorf wird gebaut. Ein neues Wohnquartier entsteht. Nicht nur heute, sondern auch in der Zukunft. Und es wird soviel gebaut, dass sogar mehrere Wohnquartiere auf einmal entstehen. Für uns bei Nexiga bedeutet das, auf Ballhöhe zu bleiben und neue Siedlungsstrukturen in unseren Geodaten zu berücksichtigen, sobald diese für einen Gebietsstand existieren. Wagen wir mal einen Blick auf das Update 2020.

Ausblick: Neue Wohnquartiere in Düsseldorf

Im Stadtteil Gerresheim stand einst eine große Glashütte, die um das Jahr 1900 der weltgrößte Flaschenproduzent war. Selbst für Coca-Cola wurden Flaschen produziert. Heute ist die Gerresheimer AG ein Hersteller von Verpackungen für Medikamente und Lebensmittel aus Spezialglas und Kunststoffen. Mittlerweile findet man die Zentrale direkt am Flughafen Düsseldorf, das ehemalige Werksgelände ist eine Konversionsfläche für den Wohnungsbau geworden.
Im sogenannten Glasmacherviertel sollen über 1.400 neue Wohnungen für etwa 3.000 Menschen entstehen, wie auch das Handelsblatt in seinem Premium-Content berichtet. Die ersten Wohnungen sollen 2019 bezogen werden können. Nach den Angaben soll das Angebot breit gefächert sein: „Von bezahlbaren Häusern und Wohnungen, vor allem für junge Familien und Studenten, bis hin zu hochwertigen Investitionsobjekten. Auch mindestens zwei Kindertagesstätten gehören in das lebendige neue Düsseldorfer Viertel.“.
Für unsere Geodaten-Spezialisten wird dies einmal bedeuten, neue Wohnquartiere zu definieren. Für das Glasmacherviertel wären dies bei etwa 1.400 Haushalten 3 bis 4 neue Wohnquartiere. Wie deren Abgrenzung dann genau aussieht, muss sich anhand der Bebauungsstruktur und dem Verlauf neuer Straßen in der Zukunft noch zeigen.
Klicken Sie hier zum Öffnen der Karte mit den Wohnquartieren im Stadtteil Gerresheim (PDF)
Wie die Karte zeigt, wird das ehemalige Fabrikareal noch durch ein relativ großes Wohnquartier umfasst. Zu den aktuell 593 Wohnquartieren in Düsseldorf werden also in der Zukunft sicherlich weitere hinzukommen. Und praktisch für die neuen Bürger, dass bereits ein großer Baumarkt in direkter Nachbarschaft vorhanden ist.

Rückblick: Neues Wohnen in Freiburg

Andernorts sind ebenfalls ganze Stadtteile neu entstanden. So auch im Freiburger Süden, wo auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne das Quartier Vauban entstanden ist. Dieses weit beachtete Wohnungsbauprojekt steht unter dem Motto Nachhaltiges Wohnen, und zwar für mehr als 5.000 Einwohner.
Klicken Sie hier zum Öffnen der Karte mit den Wohnquartieren rund um das Quartier Vauban (PDF)
Einst war geplant, das Wohngebiet zur autofreien Zone zu erheben. Heute spricht man dagegen von einem autoreduzierten Stadtteil, die Autos sollen am Rande in Quartiersgaragen abgestellt werden. Somit ist dort die Verkehrsdichte mit 85 Kfz je 1.000 Einwohner (Stadt Freiburg 495 Kfz je 1.000 Einwohner) deutlich geringer.
Wie auch immer, die Quartiere (französisch für „Viertel“) wurden schon früher als solche bezeichnet, da diese einen bestimmten städtischen Charakter widerspiegeln. Daher rührt auch unser Begriff des Wohnquartiers. Diese Gebiete können statistisch gut typisiertwerden, z.B. Nachbarschaften mit vorwiegend Familien und Kindern oder eher studentisch geprägte Viertel. Natürlich trifft dies nie auf alle Einwohner zu, aber der Charakter zählt.

Das Wohnquartier als Analyseraster

In unserem aktuellen Datenupdate 2016 unterteilen wir die gesamte Bundesrepublik in etwa 87.700 Wohnquartiere – flächendeckend und überschneidungsfrei. Es handelt sich um ursprünglich aus Stimmbezirken gebildete Gebietseinheiten mit durchschnittlich 400 Haushalten, welche größtmögliche Homogenität aufweisen.
Ein Stimmbezirk war für uns damals der ideale Baustein zum Aufbau der Wohnquartiere. Schließlich regelt schon der Gesetzgeber, dass in Deutschland für Parlamentswahlen nicht mehr als 2.500 Wahlberechtigte in einem Stimmbezirk leben sollen. Zudem sollen diese auch möglichst einfach das Wahllokal erreichen, und nicht erst geografische Barrieren wie Flüsse oder Autobahnen überqueren müssen. De facto werden damit kompakte Nachbarschaftsgebiete definiert.

Unsere Wohnquartiere (mit dem Geoschlüssel KGS22) sind zudem als Untereinheit in die amtliche Gliederung eingefügt. So sind diese in Großstädten wie Berlin oder Köln den Statistischen Bezirksteilen (KGS16) untergliedert. In anderen Groß- und Mittelstädten wie Kiel oder Augsburg sind diese Untereinheiten der Statistischen Bezirke (KGS12).

Insgesamt wurden in den letzten Jahren die Wohnquartiere in fast 700 Gemeinden mit etwas mehr als 46 Mio. Einwohnern – knapp 58 % der Einwohner Deutschlands – neu bearbeitet, um für Ihre Geomarketing-Analysen ein feinräumiges Analyserasterbereitzustellen.

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