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In Sachen Geo & Marketing

27. März 2017

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Lage, Lage, 1B-Lage

Die im Einzelhandel viel zitierte 1B-Lage entspricht aus Sicht des Handels eher der 2. Bundesliga. Laut klassischer Definition sind damit von den Fußgängerzonen abzweigende Nebenstraßen gemeint, doch die Übergänge zur höher angesehenen A-Lage sind fließend. Schließlich ist der Handel immer im Wandel, genauso wie Konjunktur, Mietpreise und Konsumneigungen. Für die großen Marken kommen eh nur die 1A-Lagen für den stationären Handel in Frage. Doch manchmal entscheiden nur wenige Meter über den Standorterfolg.

1B-Lage

1B-Lage ist immer in Bewegung

Es gibt da diese Wenzelgasse am Nordrand der Bonner Innenstadt: Fußgängerzone, keine 200 Meter lang, gefühlte 1B-Lage, irgendwie nicht so richtig gemütlich. Kommt man vom eher repräsentativen Marktplatz, fühlt man gleich den Unterschied zu den Toplagen. In diesem Straßenabschnitt, der durchaus ein hohe Passantenfrequenz aufweist, herrscht seit Jahren immer wieder Unruhe in der Handelslandschaft.

Der Spruch Handel im Wandel, der auch das Motto eines unserer Veranstaltungen im letzten Jahr war, trifft es hier ganz gut. Immer wieder kommt es zu Schließungen, Umbauten und Neueröffnungen. Es ist eine sonderbare Mischung aus hochwertigem Handel (u.a. Hunkemöller, Vorwerk Shop), lärmenden Jeans-Läden, Imbissbuden bis hin zu einer Filiale für Bargeldtransfers. Früher gab es dort auch zwei Discount-Buchläden. Wer es sich leisten kann, wie die allgegenwärtigen Shops aus der Telekom-Branche, zieht lieber direkt in die 1A-Lagen. Doch es entstehen immer wieder neue Impulse. So eröffnete kürzlich das Berliner Kultlabel Liebeskind gerade in dieser Straße eine neue Filiale.

Die Definition der Lagen ist ohnehin nicht einheitlich. Schaut man auf die Beschreibung beim Portal Immobilienscout24, so ist klar: „Als beste Lage gilt die 1A-Lage.“ Genauer gesagt handelt es sich demnach um eine Geschäftslage im Zentrum einer Stadt mit der höchsten Passantenfrequenz, die alle in einer Innenstadt gängigen Sortimente wie Bekleidung, Schuhe, Lederwaren, Geschenkartikel, Porzellan oder Bücher umfasst. Dann gibt es noch die 2A-Lagen im Nebenkern einer Stadt mit hoher Passantenfrequenz. Entsprechend gibt es 1B- und 2B-Lagen, die direkt an die jeweiligen A-Lagen angrenzen.

Wie kann man also unsere Wenzelgasse charakterisieren? Topshops, also bedeutende Filialisten, gibt es dort einige. Die Passantenfrequenz ist hoch – wenn auch nicht top – und entspricht durchaus einer A-Lage, allerdings strömen viele Menschen hier eher durch, wie auf einem Autobahn-Zubringer. Das zeigen die Geodaten auf unserer Karte aber nicht.

Klicken Sie hier zum Öffnen der Karte (PDF)

Das Beispiel hier in Bonn ist exemplarisch für viele Straßen in deutschen Innenstädten. Oft kommt es ohnehin auf die Mikrolage an. Selbst die kurze Wenzelgasse kann man in zwei unterschiedliche Abschnitte untergliedern: Ganz okay oder eher problematisch. So berichtete das Magazin brand eins in seinem Artikel zur Ökonomie der 1a-Lage, dass in Würzburg der Umsatz einer Hugendubel-Filiale (Buchhandel), die nur um 100 Meter innerhalb der Innenstadt verlegt wurde, um 50 Prozent gestiegen sei. Der neue Standort liegt direkt an der Straßenbahnhaltestelle.

Marktdaten von LOCAL® Business

Mit den Marktdaten von LOCAL® Business bieten wir alle relevanten Entscheidungshilfen, die Sie für eine strategisch sinnvolle Platzierung benötigen. Für den Handel gibt es raumbezogene Informationen zu Konsumschwerpunkten, Topshops und Passantenfrequenzen an. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Kategorie: Gebietsplanung, Geodaten, Raumstrukturen

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