Nexiga Blog

GIS Trends für die 2020er Jahre

Die 2020er Jahre haben nun definitiv begonnen. Auch wenn für Zukunftsprognosen überall die Kristallkugel herangezogen wird, ist es manchmal sogar interessanter, einen Rückblick auf frühere Prognosen zu werfen, auch in unserer Branche.

Welche GIS Trends hatte Jack Dangermond, Gründer und Präsident unseres Technologiepartners Esri, bereits identifiziert? Diese bestimmen natürlich auch die Trends im Geomarketing.

GIS und Geomarketing Trends in 2020

Fünf GIS Trends

Trends entwickeln sich meist kontinuierlich aus verschiedenen Strömungen, die zusammenfließen, Synergien bilden und sich dann verfestigen, bevor sie endgültig Fahrt aufnehmen. Bereits vor einiger Zeit veröffentlichte Jack Dangermond – Gründer und Vorsitzender (President) unseres Technologiepartners Esri Inc., dem marktführenden Unternehmen in der Geo-Branche – seine Ansichten zu den GIS Trends, die sich rückblickend bestätigt haben. Es lohnt sich, die Ideen in der englischen Originalfassung nachzulesen.

Location Analytics bzw. Geomarketing – unser Kerngeschäft – ist eng mit dem Begriff GIS verknüpft, dies ist die Abkürzung für Geo-Informationssystem. Derartige Software-Produkte werden für die Generierung, Visualisierung und Analyse von geographischen Daten benötigt. Die meisten Unternehmensdaten haben zudem einen Raumbezug.

Die fünf GIS-Trends, kurz auf den Punkt gebracht, sind:

  • Location as a Service
    Geo- und Marktdaten können quasi überall in den Weiten des Internets gespeichert sein, ebenso die Funktionen, welche diese Daten analysieren und weiterverarbeiten.

  • Advanced Analytics
    Unternehmen, die räumlichen Daten einen Wert beimessen, können GIS-Funktionen strategisch einsetzen, quasi für alle Unternehmensbereiche. Die Unternehmens-Cloud macht es möglich.

  • Big Data Analytics
    Die Prozesse zur Bearbeitung von enormen Datenmengen (Buzzword: Big Data) werden zunehmend auch für räumliche Analysen interessant und verfügbar gemacht.

  • Real-Time GIS
    Live-Daten von mobilen Endgeräten (Smartphones) sowie Interaktionen auf Social Media Plattformen können wertvolle Insights für Unternehmen, Konsumenten oder auch Bürgerdienste bieten. Nicht zuletzt dank der räumlichen Komponente, die diesen Daten innewohnt.

  • Mobility
    Geo-Analysen auf mobilen Endgeräten, oder schlichtweg verfügbar über einen Internet-Browser, machen es vielen Anwendern deutlich leichter. Gleichzeitig werden immer mehr Daten vor Ort mobil erfasst.

Diese Trends gelten auch heute noch und werden sich sicherlich in den nächsten Jahren fortsetzen. Sie spiegeln die rasanten Entwicklungen in der IT-Welt wider, nichts davon ist in der GIS-Branche selbst entstanden. Warum auch?


Datengetriebene Märkte

GIS und Geomarketing entwickeln sich immer mehr aus der Nische heraus und sind bereits Teil der datengetriebenen Märkte. Wer in einer Tabelle die Umsatzzahlen je Postleitzahl absteigend sortiert, betreibt in gewissem Maße bereits Geomarketing – nur ohne Karten.
Wer für jeden Kunden die Entfernung zur nächsten Filiale hinterlegt, hat ebenfalls eine räumliche Information integriert. In naher Zukunft wird Geomarketing so sehr in die Datenanalytik integriert sein, wie heute das ESP-Modul in einem PKW.

Wirft man einen Blick auf die Website von Esri Deutschland, so sieht man auf einen Blick weitere Stichworte wie

  • Immer mehr Apps für spezielle Aufgaben, z.B. der Analyse von räumlichen Mustern
  • GIS in Echtzeit – Umfassende situationsbezogene Informationen, z.B. die Integration von Social Media-Daten in Analysen und für das zuverlässige Monitoring vieler Bereiche (u.a. Transport, Verkehr)
  • Big Data – Effiziente Auswertung von großen Mengen dynamischer Daten
  • 3D-Daten – hochpräzise Gelände- und Gebäudemodelle, u.a. für Funknetzplanung und Immobilien-Management

Natürlich wird auch Künstliche Intelligenz künftig eine wichtige Rolle spielen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind umfangreich: So kann Geo.KI anhand umfangreicher Live-Daten (z.B. von den Smartphone-Daten unzähliger Nutzer) zeitnahe Prognosen zu Verkehrsströmen und Kundenverteilung (z.B. für Ridesharing-Dienste) errechnen, oder in der Logistik und im Supply Chain-Management bessere Daten bereitstellen, wie es in einem Blogartikel beschrieben wird. Letztendlich geht es um die Schließung von Wissenslücken, die anhand bekannter Daten automatisiert geschlossen werden.

Ein Highlight wird Anfang März auch die Esri Konferenz 2020 bei uns in Bonn sein. Seien Sie dabei und sichern Sie sich Ihre Tickets für das Branchenevent des Jahres. In diesem Sinne: Was auch immer Sie vorhaben, wir wünschen Ihnen noch einen guten Start in das Neue Jahr und viel Erfolg für Ihr Marketing in 2020 – und darüber hinaus.

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Paketkönig*innen am Rande der Republik

Es ist eine interessante Frage: In welchem der 401 Landkreise bzw. kreisfreien Städte gab es 2019 die meisten Paketbestellungen je Einwohner? Spontan würde man an Metropolen wie Berlin, Hamburg oder München denken, vielleicht auch ein Landkreis mit dynamischer Bevölkerungsentwicklung in einem Speckgürtel drumherum. Doch weit gefehlt, der Top-Landkreis liegt am Rand der Republik. Überhaupt liegen 6 der Top 10-Kreise in einem eher ländlich geprägten Bundesland.

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Die größte Veranstaltung der GIS-Branche fand in diesem Jahr virtuell statt - Vortragsreden ohne Beifall, Netzwerken via Chatrooms, Kaffee aus der eigenen Kaffeemaschine... Mitte Juli fanden sich „wie jedes Jahr“ ca. 70.000 Firmen, Partner und GIS-Anwender aus mehr als 180 Ländern zum größten Event der Branche zusammen, der Esri User Conference – nur diesmal auf Abstand.

Points of Interest: „Distancing“ wie früher

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2020-07-30T08:29:13+02:0016/01/2020|GIS, Markt & Trends|