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In Sachen Geo & Marketing

22. November 2018

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GIS Talk 2018 und was es darüber zu wissen gilt

Pünktlich zum internationalen GISDay kamen vergangene Woche über 1.000 GIS-Anwender und Experten vom 14. bis 15. November zur diesjährigen GIS Talk 2018 im World Conference Center Bonn zusammen.

Zwei Tage lang drehte sich alles um die Anwendungsbereiche von Geoinformationssystemen und die Gestaltung unserer Zukunft mit Hilfe von Location Intelligence.

Gleich zu Beginn wurden in der Plenary Session zur Eröffnung der zweitägigen Fachtagung vier wichtige Themen, die uns in Zukunft beschäftigen werden angesprochen, nämlich wie Geoinformationssysteme es ermöglichen, komplexe räumliche Zusammenhänge besser zu verstehen.

Als Esri-Goldpartner war die Nexiga selbstverständlich vor Ort, sowohl als Aussteller als auch begeisterter Zuhörer zahlreicher Vorträge.

Von Smart Farming bis Handel 4.0

Nach einer kurzen Eröffnungsrede vom Bonner Bürgermeister Reinhard Limbach folgte der erste Keynote-Vortrag zum Thema „Smart Farming“. Staatssekretär Andy Becht und Dr. Matthias Trapp von der AgroScience GmbH sprachen über die Digitalisierung des ländlichen Raumes am Bespiel Rheinland-Pfalz. Das Bundesland ermöglicht Landwirten mit Hilfe der auf Esri ArcGIS Online basierenden Lösung „GeoBox“ den Zugriff auf Geodaten. Zum einen aus dem Erdbeobachtungsprogramm Copernicus, sowie Daten zu Frost, Niederschlägen, Bodenerträge u.v.m., die mit eigenen Betriebsdaten angereichert und kombiniert werden können, um Prozesse besser zu planen und natürliche Ressourcen zu schonen.

GIS Talk Plenary-Impressionen
GIS Talk 2018 -Nexiga Impressionen Plenary-Session

Auch im Handel 4.0 spielt die Digitalisierung und die Antizipation der Vernetzung von Dingen eine wichtige Rolle. So sprach Michael Gerling, Geschäftsführer des EHI Retail Institute in seinem Vortrag vom immer wichtiger werdenden Anteil des Online-Handels, wies gleichzeitig jedoch auch auf die regionalen Unterschiede hin.

Die Zukunft: Omnichannel, die Verschmelzung des Offline- und Onlinehandels. Online bestellen und nach Hause liefern lassen, offline umtauschen, zurückgeben oder testen. Wie Walmart-Gründer Sam Walton schon sagte, sind „Standort und Logistik die wichtigsten Faktoren“ für einen erfolgreichen Handel.

Klima, Wetter & Sonstige Einflüsse

An dieser Stelle knüpfte Thomas Wunderli, Leiter IT Logistik Transport, der Schweizer Detailhandelsgesellschaft Migros-Genossenschafts-Bund, an, der über die wachsende Bedeutung der Digitalisierung der Supply Chain referierte. Wunderli stellte anschaulich dar, wie Geodaten dabei helfen, die Qualität, das Tempo und somit auch die Kosten entscheidend zu beeinflussen. Auch die Einbeziehung von weiteren Daten wie Klima-, Natur- und weitere Geodaten helfen dabei, die Lieferkette zu optimieren. „Alles hat einen Geo-Bezug“ und dadurch lassen sich von der Produktion bis zur Filiale alle Schritte überwachen.

Nachdem er die immer wiederkehrende Frage, wie das Wetter an Weihnachten wird, mit „Temperaturen zwischen -10 und 19 Grad bei Wind aus verschiedenen Richtungen“ für alle Anwesenden beantwortet hatte, sprach TV-Meteorologe Sven Plöger in seinem Keynote-Vortrag über die Auswirkungen des Klimawandels. Am Beispiel der Unwetter im süddeutschen Braunsbach im Mai 2016 zeigte Plöger auf, wie die intelligente Verknüpfung von Geo- und die Visualisierung von Echtzeitdaten Kommunen und Einsatzkräften helfen kann nicht nur präventiv, sondern auch im Notfall schneller auf extreme Wetterereignisse zu reagieren.

Abschließend berichtete die Gewinnerin des Esri Young Scholar Awards, Janine Wagenfeld über ihr Projekt im Rahmen der Bachelorarbeit bereits Schüler mit dem Umgang mit Geoinformationssystemen (ArcGISOnline) vertraut zu machen. Frau Wagenfeld betonte dabei die Bedeutung von digitalen Kompetenzen, die „nicht nur das Bedienen von Oberflächen, sondern auch und vor allem das Erkennen von Zusammenhängen“ umfassen.

Im Anschluss an die Plenary Session folgten über zwei Tage verteilt spannende und interessante GIS Anwender- und Tech-Vorträge. In zahlreichen Themenforen berichteten Anwender aus unterschiedlichen Branchen, wie sie mithilfe der Esri Produkte den digitalen Wandel meistern und welchen Herausforderungen es sich dabei zu stellen gilt.

GIS Talk 2018 -Nexiga Impressionen
GIS Talk 2018 -Nexiga Impressionen

So ging es u.a. im Themenforum Infrastructure Intelligence zunächst um den Status des Breitbandausbaus für die Industrie 4.0 sowie die Nutzung von GIS und Geodaten zur Unterstützung bei der Instandhaltung und Erweiterung von Netzen, was Prof. Dr. Lars Jendernalik (Leiter Daten- und Systemmanagement & Netztechnik Nord, Westnetz GmbH) am Beispiel der Unternehmensplattform InnoGIS basierend auf ArcGIS Enterprise erläuterte. Auch der Einsatz von Augmented Reality zur Darstellung von Leitungsverläufen ist eine spannende und innovative Nutzung im Zeitalter der Digitalisierung.

Einblicke in einen ganz anderen aber nicht weniger spannenden Bereich, indem ebenfalls GIS-Tools zum Einsatz kommen, ermöglichte Christopher Wray von KWS Saat SE aus Niedersachsen. Das Unternehmen setzt in seiner Pflanzenzucht auf zentimetergenaue GIS-Techniken zur effizienten Verwaltung von Zuchtparzellen.

In zahlreichen technischen Vorträgen wurde am zweiten Tag veranschaulicht, was mit ArcGIS so alles möglich ist, wie die Integration von GIS-Technologien zur Unterstützung verschiedenster (Unternehmens-) Prozesse, die Verknüpfung von Daten aus unterschiedlichen Quellen und die einfache Visualisierung auch von großen Datenmengen. Die ArcGIS Plattform stand voll und ganz im Mittelpunkt des Tages.

Fazit

Zusammengefasst wurde an beiden Tagen mit einem spannenden Programm, spannenden Ausstellern und Diskussionen deutlich, dass der Weg auch in der Geotechnologie immer weiter ins Web drängt und insbesondere der Esri Plattform-Gedanke, also die vernetzte Bereitstellung von Local Intelligence für das Fortschreiten der Digitalisierung mit GIS und Esri beschritten werden kann.

Kategorie: Allgemein, Geomarketing, GIS, Maps, Markt & Trends, Raumstrukturen

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