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In Sachen Geo & Marketing

30. Dezember 2015

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#Geomarketing – warum eigentlich?

Das Jahr ist vorüber. Es ist Zeit, sich zurück zu lehnen und die Gedanken einmal um das Große und Ganze schweifen zu lassen. Zum Beispiel warum Geomarketing eigentlich eine tolle Sache für Ihr Unternehmen sein kann.

Wir bei Nexiga müssen dafür natürlich Flagge zeigen, schließlich ist das unser Business seit über 33 Jahren. Wir behaupten auch nicht, dass Geomarketing der Heilige Gral für alle Marketing-Aktivitäten ist. Aber für alle klassischen Säulen des Marketings (Price, Product, Placement, Promotion) kann diese – nennen wir es mal – Spezialdisziplin neue Sichten und Erkenntnisse bieten.

Welt des Geomarketing
Welt des Geomarketing

Also warum Geomarketing?

Definitionen über das Geomarketing gibt es reichlich, und alle beschreiben das Thema richtig. Früher war die Welt noch viel lokaler, die meisten Menschen konnten nicht reisen. Es gab nur relativ wenige Orte, an denen eine überschaubare Anzahl an Waren ausgetauscht wurden. So entstanden Marktplätze entlang von Handelsrouten, es wurden für die meisten Menschen nur die Grundbedürfnisse befriedigt.

Heute ist die Welt sehr vielschichtiger geworden. Viele Menschen können es sich leisten, ihren eigenen speziellen Interessen und Vorlieben zu folgen. Sie wohnen wo sie möchten, fahren wohin es sie treibt, konsumieren was ihnen zusagt. Je nach Aspekt ergeben sie vielfältige räumliche Strukturen und Muster, die sich mit Hilfe von Geomarketing auch analysieren lassen. Und es müssen nicht immer nur „bunte Karten“ sein.

Geomarketing im Marketing-Mix

Die marketingpolitischen Instrumente werden klassisch in 4 Bereiche unterteilt, aus dem Englischen gerne als die „4 P“ bezeichnet: Produktpolitik, Preispolitik, Distribution (placement) und Werbung (promotion).

Bei allen Instrumenten kann die räumliche Komponente entscheidend für den Marketingerfolg sein. Hierzu ein paar wenige Beispiele.

Produktpolitik (product)

Genrell stellt sich oft die Frage, wo man mit welchen Produkten neue Märkte und Absatzregionen erschließen kann. Wo kann ein geeigneter Testmarkt gesucht werden? Ist es sinnvoll, je nach Region eine Produktvariation einzuführen, angepasst an den Geschmack vor Ort? Oder sollte man regional eine Produktelimination durchführen, also nicht alle Produkte überall anzubieten. Kühlschränke in der Antarktis, Sie wissen schon.

Preispolitik (pricing)

Natürlich kann auch eine räumliche (regionale) Preisdifferenzierung sinnvoll sein. Ein Mietwagen am Hauptbahnhof kann teurer sein als irgendwo in der Stadt. Unterschiedliche Preise stehen immer im Zusammenhang mit Kundennachfrage und Wettbewerbssituation, wie der Tankstellenmarkt uns täglich zeigt. Oft gibt es auch eine zeitliche Variation, die im Geomarketing oft wenig beachtet wird. Aber ein Atlas über die Tag- und Nachtbevölkerung in einem Stadtteil kann hier aufschlussreich sein.

Distribution (placement)

Waren und Dienstleistungen müssen irgendwie zum Kunden bzw. Abnehmer. Hier steht oft die geografische Analyse der Absatzwege im Fokus. Klassische Disziplinen sind die Standortsuche sowie die Analyse von potentiellen Fachhändlern und Wettbewerbern. Wie kann zudem der Kundendienst organisiert werden, wie der Direktvertrieb? Auch die Steuerung von Franchisebetrieben, Vertragshändlern und der gesamten Logistik kommt meist nicht ohne geografische Analyse aus.

Werbung und Kommunikation (promotion)

Meist wird unter Marketing fälschlicherweise nur dieser Teilbereich verstanden. Doch über die Kommunikation wird das Interesse der potenziellen Kunden geweckt. Relevanz ist dabei entscheidend, entsprechende Kaufkraft vorausgesetzt. Durch die Optimierung der Werbemittel können Streuverluste reduziert werden. Mit einer größeren  Wahrscheinlichkeit ist die Affinität für Luxusautos im Stadtteil X höher. Welche Plakatstandorte gibt es dort? Wie kann die Prospektbeilage in der Regionalausgabe der Tageszeitung geplant werden? Wo eignet sich eine Promotion am Point-of-Sale?

Sie sehen, es kann so viele unterschiedliche Aspekte unter räumlichen Gesichtspunkten im Marketing-Mix geben. Mehr Anwendungsfälle zeigen unsere Case Studies hier.

Geomarketing für 2016?

Falls Sie bisher mit Geomarketing noch nicht viel am Hut hatten: probieren Sie es im neuen Jahr doch einmal aus. Eventuell gewinnen Sie neue Erkenntnisse über die räumliche Verteilung Ihrer Kunden und Umsätze. Oder gewinnen Sie neue Erkenntnisse durch eine Kundenstrukturanalyse. Vielleicht erkennen Sie noch Potenzialgebiete oder möchten Ihre Vertriebsregionen auf Basis von Potenzialdaten reorganisieren.

Vielleicht ersetzen Sie die Postleitzahlen-Karte mit den bunten Nadeln an der Wand durch ein Geo-Informationssystem. Obwohl die analoge Karte auch seinen Zweck erfüllt, keine Frage. Aber es ist eben immer ein Blick auf die großräumigen Strukturen.

Vielleicht machen Sie auch mal was ganz Verrücktes: nehmen Sie zum Beispiel morgens Elmex und abends Aronal. Oder streamen Sie am Samstag die ARD Sportschau rückwärts – dann sehen Sie das langweiligste Spiel mit dem FC Bayern immer am Anfang.

Was auch immer Sie vorhaben, wir wünschen Ihnen einen guten Start in das Neue Jahr und viel Erfolg für Ihr Marketing in 2016.

Kategorie: Geodaten, Geomarketing, Marktdaten

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