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Generation Y: Easy E-Rider

Eine Generation im Widerspruch?

Laut einer Studie ist die Generation Y (noch) spießiger als ihre Eltern. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage durch die Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young), welche die Ziele der Altersgruppe erforscht, die in etwa zwischen 1980 und 1995 geboren wurde. Als Fazit titelte das Handelsblatt: „Ein ruhiger Schlaf ist ihnen wichtiger, als in städtischen Szeneclubs zu feiern.

Die älteren Semester sind demnach heute bereits 40 Jahre alt und gehören somit – wer hätte das gedacht – zur Kernzielgruppe von Harley Davidson, der Motorrad-Kultmarke, die neuerdings ihre Modelle als Elektroversion auf den Markt bringt. Born to be wild – das trifft es wohl nicht mehr so ganz. Easy E-Rider im wortwörtlichen Sinn passt besser.

Generation „Why“

Die Menschen der Generation Y wurden je nach Definition im Zeitraum von 1980 bis 1995/98 geboren und haben somit größtenteils rund um die Jahrtausendwende ihre Teenager-Zeit erlebt. Daher sprechen manche auch von den Millennials. Sie folgen der Generation X (ca. 1965 bis 1980), deren Begriff hauptsächlich geprägt durch ein gleichnamiges Buch des kanadischen Schriftstellers Douglas Coupland wurde, das 1991 erschien.

Laut Wikipedia tauchte der Begriff Generation Y nur wenig später zum ersten Mal 1993 in der Marketingzeitschrift Advertising Age auf. Praktischerweise wird der Buchstabe Y im Englischen wie das Wort „Why“ ausgesprochen, das wunderbar auf die Eigenschaft des Hinterfragens (wieso, weshalb, warum?) passt, das dieser Zielgruppe nachgesagt wird. Nur muss man auch bemerken, dass diese Altersgruppe global betrachtet natürlich recht unterschiedlich sozialisiert wurde. Zumindest in der „westlichen Welt“ gilt die Generation Y  als überwiegend gut ausgebildet, oftmals mit Hochschulabschluss. Zudem gilt sie als affin für Technik, schließlich wuchsen sie parallel zur populären Entwicklung des Internets auf. Mobile Kommunikation ist für sie selbstverständlich, sie wissen aber auch, dass ihre Großeltern meist über das Festnetz erreichbar sind.

2019 gab es einen Vortrag bei der Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Titel: „Y [Generation Why] – Zwischen Sinnsuche und Sicherheitsbegehren“. Dort wird sinngemäß erläutert: „Der Gruppe der heute 18 bis 38-Jährigen wird … als Generation Y [WHY] nachgesagt, sinnerfüllende Arbeit und Freizeit mit einem hohen Maß an sozialer Sicherheit verbinden zu wollen.“ Sind das etwa spießige Charaktereigenschaften? Ein bisschen wild darf es aber sicherlich zugehen.

Easy E-Rider

Die Motorrad-Kultmarke Harley Davidson aus Milwaukee, einst der Traum aller Rocker, ist ebenfalls im stetigen Wandel begriffen. Noch vor wenigen Jahren war auf ihrer Website eine detaillierte Beschreibung und Aufschlüsselung der Kundensegmente zu lesen. Heutzutage definiert das Unternehmen seine Kernzielgruppe kurz und knapp als „Männer, ab einem Alter von 35 Jahren“. Die Älteren der Generation Y (bis Ende der 1980er geboren) wachsen demnach genau in dieses Schema hinein. Zunehmend wird der Fokus auf die weibliche Bevölkerung ausgeweitet. Aus diesem Grund vermarktet das Unternehmen über seine Website auch Bekleidung und Ausrüstung, die speziell für Frauen entwickelt wurde.

Stichwort E-Mobility: Mit der Marke LiveWire präsentierte Harley Davidson 2019 ihr erstes E-Bike, mit einer Reichweite von etwa 160 Kilometern, synthetisches Motorgeräusch inklusive. Hiermit folgt man dem Trend, den der Pionier Tesla im fernen Kalifornien vorgibt. Neue Zielgruppen werden damit garantiert erschlossen. Für die älteren Semester bleiben noch die legendären Klassikermodelle.

Demographische Daten bundesweit

Aus dem Marktdatenpaket Demographie kann man nach Altersklassen die Anzahl Einwohner aus der Generation Y leicht für verschiedene Gebietsebenen – z.B. Gemeinden, Postleitzahlen oder feinräumige Wohnquartiere – abbilden. Wir nehmen die Gruppe der 20 bis 40-Jährigen, errechnen den Anteil an der Gesamtbevölkerung und gestalten eine thematische Karte, die zeigt, wo die Generation Y überdurchschnittlich vertreten ist.

Generation Y

Klicken Sie hier zum Öffnen der Karte (PDF)

Die Generation Y ist absolut und auch relativ (prozentual) gesehen vor allem in den größeren Städten vertreten, nicht unbedingt in den grüneren Stadträndern und Vororten. Bleibt die Vorstellung vom Haus im Grünen also eher ein Wunschdenken? Andererseits wächst ein Großteil der Generation in die Phase des „Häuslebauens“ oder Erwerbs von Wohneigentum gerade erst hinein.

Entdecken Sie die Generation Y – die vermeintlichen E-Biker – als Zielgruppe für Ihre Produkte und Dienstleistungen. Oder springen wir eine Generation weiter: Wie verhält es sich mit der aktuellen räumlichen Verteilung der noch jungen Generation Z („Fridays for Future“)?

Mehr zu unseren Daten zur Soziodemografie finden Sie in unserem Infocenter (Download Datenkatalog Märkte und Zielgruppen – ab Seite 34, Demografie).

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2020-05-27T09:53:25+02:0025/05/2020|Marktdaten, Zielgruppen|