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Wenn Alt und Jung zusammenkommen

Altersdurchschnitt

Ostern liegt hinter uns und viele Familien konnten dieses Jahr aufgrund von Corona nicht wie gewohnt das Osterfest miteinander verbringen. Großeltern können ihre Enkel nicht sehen, Kinder ihre Eltern in Pflegeheimen nicht besuchen.

Das Zusammenkommen von Jung und Alt ist zu einem Gesundheitsproblem geworden. Wie lange das so sein wird, ist noch nicht absehbar.

Das Durchschnittsalter der in Deutschland lebenden Menschen – gegenwärtig sind es rund 83 Millionen – steigt kontinuierlich an (Quelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung). Die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre nähern sich dem Rentenalter.

Immer besser, immer älter

Innerhalb von Deutschland gibt es deutliche Unterschiede in der Altersstruktur, was auch für die Planung von Unternehmen eine neue Sicht auf diverse Prozesse wirft (siehe Beitrag: Geodaten helfen bei der Unterstützung von Risikogruppen). Das Land verzeichnet mittlerweile mehr als 25 Millionen Rentner und mehr als 36 Millionen Einwohnern der Generation 50 plus (Baby Boomer inklusive).

Dabei beeinflussen viele Faktoren die regionalen Unterschiede wie Einwohnerzahl, Familienstand, Bevölkerung nach Bildungstand, Infrastruktur, Kaufkraft, Flächennutzung, Firmenaufkommen und vieles mehr.

Einzelne Bundesländer und Gemeinden sind nun angehalten, umzudenken und den älteren Teil der Bevölkerung besonders zu schützen oder gar zu „reglementieren“. Dazu gehört Bedacht und auch die Notwendigkeit unterschiedlicher Betrachungsweisen wie die Städte und Gemeinden mit jung und alt „interagieren“.

In Universitätsstädten finden sich beispielsweise junge, selbstbewusste, gebildete und mobile Erwachsene wieder, was für Umzugsunternehmen, Kneipen, Clubs oder Angeboten von Musikevents in „normalen“ Zeiten von Vorteil ist. Besteht deshalb aber nun auch gleichzeitig ein erhöhtes Risiko für die ältere Generation in diesen Regionen?

Der Trend ist jedenfalls klar, das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Deutschland steigt. Deutschland zählt zu den Ländern, in denen die Bevölkerung rapide altert. Daran ist sicher auch das gute Gesundheitssystem, wie wir es derzeit erfahren, nicht ganz unschuldig.

Wo Altersgruppen unter 50 Jahren stark dominieren

Die fünf Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern und einem Altersdurchschnitt unter 41 Jahren weisen Universitätsstädte wie Gießen, Tübingen, Heidelberg und Marburg aus. Die „jüngste“ Stadt in NRW ist ebenfalls eine Unistadt, nämlich Münster. Nahe gefolgt von Aachen, Göttingen und Ulm. Entsprechend dominiert dort insgesamt die junge Bevölkerung, vor allem in der Altersgruppe von 20 bis 30 Jahren. Jungbrunnen Gießen darf zusätzlich für sich die höchste Studentendichte in ganz Deutschland in Anspruch nehmen.

Den geringsten Anteil an unter 50-jährigen hingegen haben die Städte Brandenburg/Havel, Zwickau, Gera sowie Dessau-Roßlau.

Wo Altersgruppen zwischen 50-64 Jahre stark dominieren

Prozentual gesehen (das bedeutet mehr als 30% der Bevölkerung) sind das vor allem die ländlichen Gemeinden in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie Thüringen und im Westen Rheinland-Pfalz.

Wo Altersgruppen über 65 Jahre stark dominieren

Hier sind das prozentual gesehen (mehr als 30% der Bevölkerung) ebenfalls die ländlichen Gemeinden in Sachsen und Thüringen als auch Rheinland-Pfalz. Die Gemeinde Bad Sassendorf (bei Soest) ist in NRW die wohl älteste Stadt (mehr als 31% mit 65 Jahre und älter).

Gezieltes Marketing oder hilfsgerechte Unterstützung?

Wenn eine Stadt einen jungen Altersdurchschnitt hat, müsste dies wohl bedeuten, dass Anbieter von Kinderwaren oder Spielzeug dort besonders guten Absatz machen. In den besagten Universitätsstädten finden sich aber eher junge, selbstbewusste, gebildete und mobile Erwachsene, die von einem Kinderwunsch noch weit entfernt sind.

Es gibt also viele Aspekte über das Alter zu berücksichtigen. Somit sind auch viele Faktoren nur in Kombination mit anderen Merkmalen signifikant und können deshalb nicht rein isoliert betrachtet werden. Es gilt die individuelle Betrachtung, auch bezogen auf die Maßnahmen oder Beschränkungen. Einen Einblick in das Merkmal „Altersklassen“ gibt die Karte: Alterklassen am Beispiel Köln.

In unserem Datenpool Demografie werden Sie das Merkmal Durchschnittsalter z. B. standardmäßig gar nicht finden, aber anhand unserer Standard-Marktdaten können wir daraus relevante Informationen ableiten. Eine Übersicht zu den Demografie-Daten finden Sie auch in unserer Onlinesuche. Gerne beraten wir Sie auch zu dem Thema.

Mehr Informationen zur Alterstruktur in Deutschland finden Sie hier.

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